Reibeisenhaut (Keratosis pilaris): Ursachen und was hilft
Reibeisenhaut, medizinisch Keratosis pilaris, ist eine harmlose Verhornung an den Haarfollikeln. Abgestorbene Hautzellen verstopfen die Öffnungen der Follikel, und es entstehen kleine, raue Knötchen. Meist trifft es Oberarme, Oberschenkel und Po. Heilen lässt sich Reibeisenhaut nicht. Was hilft: sanft peelen, lauwarm duschen und die Haut täglich mit einer Creme mit Urea oder Milchsäure pflegen.
Die Haut an den Oberarmen fühlt sich an wie ein Reibeisen, und die kleinen Knötchen verschwinden auch nach Wochen nicht. Reibeisenhaut ist weit verbreitet. Am häufigsten zeigt sie sich bei Kindern und Jugendlichen. Frauen haben sie etwas öfter als Männer.
Was ist Reibeisenhaut (Keratosis pilaris)?
Keratosis pilaris ist eine Verhornungsstörung der Haut. An den Haarfollikeln bildet die Haut zu viel Horn. Abgestorbene Hautzellen lösen sich nicht richtig ab und verstopfen die Öffnungen der Follikel. Jedes Knötchen ist ein kleiner Hornpfropf rund um ein Härchen. Den Namen hat Reibeisenhaut von dem rauen Gefühl, wenn du mit der Hand darüberstreichst.
Typische Anzeichen sind:
- viele kleine, hautfarbene oder rötliche Knötchen dicht nebeneinander
- eine trockene, raue Hautoberfläche wie feines Schmirgelpapier
- ein Bild wie Gänsehaut, das nicht wieder verschwindet
- manchmal ein roter Rand um einzelne Knötchen, selten leichter Juckreiz
Typische Stellen sind die Außenseiten der Oberarme, die Oberschenkel und der Po. Bei Kindern zeigt sie sich auch auf den Wangen. Die Knötchen tun nicht weh und sind nicht ansteckend.
Woher kommt Reibeisenhaut?
Die genaue Ursache ist nicht geklärt. Vererbung spielt oft eine Rolle. Häufig haben Eltern oder Geschwister ebenfalls Reibeisenhaut. Mit mangelnder Hygiene hat sie nichts zu tun.
Häufiger tritt Reibeisenhaut auf bei:
- trockener Haut und Neurodermitis
- Asthma oder Heuschnupfen
- Ichthyosis vulgaris, einer erblichen Neigung zu sehr trockener, schuppiger Haut
- höherem Körpergewicht
Oft zeigen sich die Knötchen zum ersten Mal in der Kindheit oder in der Pubertät. Beginnen sie in der Pubertät, werden sie bei vielen bis Mitte zwanzig schwächer. Bei manchen bleiben sie bis ins Erwachsenenalter. Pflege für junge Haut findest du unter Pflege in der Pubertät.
Im Winter wird Reibeisenhaut oft stärker. Kalte Luft draußen und Heizungsluft drinnen trocknen die Haut aus. Im Sommer geht sie oft zurück. Wie du deine Haut durch die kalte Jahreszeit bringst, liest du im Ratgeber Trockene Haut im Winter.
Was hilft gegen Reibeisenhaut?
Mit der richtigen Pflege wird die Haut glatter, und die Knötchen fallen weniger auf. Vier Gewohnheiten helfen dabei. Peeling, Duschgel und Lotion für den Körper findest du in unserer Routine Clear Body.
Ein- bis dreimal pro Woche sanft peelen
Ein Peeling löst die Hornschüppchen an der Oberfläche. Gut geeignet sind Fruchtsäuren (AHA) wie Milchsäure, ergänzt durch feine Peelingkörner. Der 2in1 AHA Body Scrub verbindet beides. Sanfte Peelingkörner aus natürlichem Vulkangestein befreien deine Hautoberfläche von Verhornungen, Talg und Schmutz. Milchsäure und Mandelsäure (AHA) entfernen effektiv abgestorbene Hautschüppchen.
Trage den Scrub unter der Dusche mit etwas Wasser in kreisenden Bewegungen auf und reibe dabei sanft. Bei Bedarf lässt du ihn ein paar Minuten als Maske einwirken und spülst ihn dann ab. Festes Schrubben reizt die Haut, und die Knötchen werden eher röter.
Fruchtsäuren wie Milchsäure machen die Haut empfindlicher gegen Sonne. Das gilt für Peeling und Creme. Nutze tagsüber mindestens LSF 30 auf den gepflegten Stellen, wenn sie in die Sonne kommen.
Täglich eincremen mit Urea oder Milchsäure
Reibeisenhaut ist oft zusätzlich trocken. Cremes und Lotionen mit Urea (Harnstoff) oder Milchsäure binden Feuchtigkeit in der Haut und lösen Hornschüppchen. Trage sie direkt nach dem Duschen auf die noch leicht feuchte Haut auf. An stark betroffenen Stellen hilft eine zweite Runde am Abend. Auf der Haut kleiner Kinder brennen Cremes mit Urea oder Milchsäure oft. Frag für sie vorher in der Kinderarztpraxis oder bei der Hautärztin nach.
Auch Salicylsäure löst Hornschüppchen und arbeitet zusätzlich in den Poren. Die Clarifying Body Lotion verbindet Salicylsäure (BHA) mit einem AHA-Komplex. Der AHA-Komplex aus 5 hochwirksamen Säuren reinigt die Poren, entfernt abgestorbene Hautschüppchen und sorgt für ein langanhaltend glattes Hautgefühl. Zusammen mit dem Clarifying Body Wash gibt es die Lotion im Clarifying Body Duo.
Kurz und lauwarm duschen
Heißes Wasser und lange Bäder entziehen der Haut Fett und Feuchtigkeit. Dusche lieber kurz und lauwarm, mit einem milden Duschgel. Tupfe die Haut danach mit dem Handtuch trocken und rubble nicht.
Nicht kratzen und nicht drücken
Die Knötchen sind mit Horn gefüllt, Ausdrücken löst sie nicht. Es reizt die Haut, und es bleiben leichter Rötungen oder dunkle Flecken zurück.
Reibeisenhaut an den Beinen: Wie rasierst du richtig?
An den Beinen, vor allem an den Oberschenkeln, gleitet die Klinge über die Knötchen. Das reizt die verhornten Haarfollikel zusätzlich, und es entstehen leicht Rasierpickel. So schonst du die Haut:
- Peele vor der Rasur, damit die Klinge über eine glatte Oberfläche gleitet.
- Rasiere immer mit Rasieröl oder Rasiergel auf feuchter Haut.
- Nimm eine scharfe Klinge und rasiere mit wenig Druck in Wuchsrichtung.
- Pflege die Haut nach der Rasur mit einer milden Creme.
Das Body Shaving Oil ist für die Rasur von Achseln, Beinen und Armen gemacht. Bereits wenige Tropfen bilden einen schützenden Film zwischen deiner Haut und der Rasierklinge. Peeling und Rasieröl gibt es zusammen im Body Crush Duo. Es bereitet die Haut auf die Rasur vor und pflegt sie während der Rasur.
Zeigen sich nach der Rasur trotzdem rote Pünktchen, liest du im Ratgeber Rasierpickel behandeln, was jetzt hilft.
Reibeisenhaut oder Pickel: Wie erkennst du den Unterschied?
Reibeisenhaut fühlt sich vor allem rau an. Die Knötchen sind klein, sitzen dicht an dicht und gleichen sich. Eiter bilden sie nicht. Pickel entstehen aus Poren, die Talg und Hautschüppchen verstopfen. Sie sind oft größer, entzündet und tragen manchmal einen weißen Kopf. Was gegen Pickel an Rücken, Dekolleté und Oberarmen hilft, liest du im Ratgeber Pickel am Rücken und am Körper.
Am Po kommt beides vor. Raue, trockene Knötchen sprechen für Reibeisenhaut. Entzündete Pickel nach langem Sitzen oder nach dem Sport sind meist gereizte Haarfollikel. Ursachen und Pflege dafür findest du im Ratgeber Pickel am Po.
Geht Reibeisenhaut wieder weg?
Bei vielen Menschen wird Reibeisenhaut mit der Zeit schwächer, oft schrittweise über viele Jahre. Bei manchen bleibt sie ein Leben lang.
Rechne mit einigen Wochen, bis du einen Unterschied spürst. Setzt du die Pflege ab, kommen die Knötchen meist zurück. Eine feste Routine unter der Dusche hilft dir, dranzubleiben.
Wann solltest du zur Hautärztin?
Reibeisenhaut ist harmlos. Lass die Haut trotzdem ärztlich ansehen, wenn:
- die Knötchen stark gerötet, entzündet oder schmerzhaft sind
- die Haut stark juckt
- sich die Stellen schnell ausbreiten oder erst im Erwachsenenalter plötzlich auftreten
- auch dein Gesicht deutlich gerötet ist
- dich die Haut trotz Pflege nach sechs Wochen weiter belastet
Deine Hautärztin klärt, ob es Reibeisenhaut ist. Ähnlich sehen etwa Neurodermitis und entzündete Haarfollikel aus. Bei Bedarf verschreibt sie stärkere Cremes, zum Beispiel mit Vitamin-A-Säure. Gegen hartnäckige Rötungen gibt es Laserbehandlungen.
Alle Produkte für glatte Haut am Körper findest du in der Kategorie Körperpflege.
Quellen: MSD Manual, Ausgabe für Patienten, Keratosis pilaris (Stand Februar 2025). American Academy of Dermatology, Keratosis pilaris: Who gets and causes und Keratosis pilaris: Diagnosis and treatment.
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